Befund
Geräusche im Dachstock bei Nacht: Ratte, Maus oder Steinmarder?
Veröffentlicht am 2026-07-22
Kratzen, Trippeln, mitunter dumpfe Schläge, die Sie wecken: Etwas hat sich über Ihrem Kopf eingerichtet. Bevor gehandelt wird, muss klar sein wer — denn die Antwort fällt bei einer Maus, einer Ratte oder einem Steinmarder anders aus, auch rechtlich. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Spuren zu lesen, die Risiken abzuschätzen und richtig zu reagieren.

Auf das Geräusch hören (ohne im Dunkeln hinaufzusteigen)
Die Art des Geräusches weist schon eine Richtung. Rasches, leichtes Trippeln spricht für eine Maus; schwerere Läufe, verschobene Gegenstände und deutliches Nagen sprechen für eine Ratte; Sprünge, Rollen, «Balgen» und lautes Umherziehen, vor allem am frühen Abend, sprechen eher für einen Steinmarder. Die Uhrzeit hilft mit: Nagetiere und Marder sind vorwiegend nachtaktiv, mit einem Höhepunkt am Abend und vor der Morgendämmerung.
Die Spuren am Boden
Der Kot ist ein wertvoller Anhaltspunkt:
- Maus: kleine, feine Köttel von wenigen Millimetern, zahlreich, nahe den Laufwegen;
- Ratte: grössere, spindelförmige Köttel;
- Steinmarder: grössere, gedrehte Köttel, oft an einer Stelle gesammelt («Latrine»), mitunter mit Futterresten und verschlepptem Material.
Weitere Hinweise: Nagespuren, zusammengedrückte oder verschmutzte Dämmung, Uringeruch, Abdrücke im Staub, Geräusche immer an derselben Stelle.
Wenn es eine Maus ist
Die Maus sucht Wärme und Futter und bleibt oft nahe an den Wohnräumen. Sie schlüpft durch Öffnungen von wenigen Millimetern und vermehrt sich rasch: Aus einigen Tieren wird in wenigen Wochen eine Population. Das Sichern der Zugänge zählt hier ebenso viel wie die Behandlung — sonst rücken einfach neue Tiere nach.
Wenn es eine Ratte ist
Misstrauischer und schwerer, hängt die Ratte oft mit Kellern, Untergeschossen, Leitungen und dem Aussenraum zusammen, von wo sie über die Steigzonen in den Dachstock gelangt. Sie nagt bereitwillig an Kabeln und Material — mit einem elektrischen Risiko als Folge — und kann die Bereiche verunreinigen, in denen sie verkehrt. Ihre Anwesenheit rechtfertigt eine ernsthafte Kontrolle der Zugänge und der Laufwege.
Wenn es ein Steinmarder ist
Der Steinmarder wird nicht behandelt wie ein Nagetier — und vor allem ist er in der Schweiz eine geschützte Art. Er schätzt warme, ruhige Dachräume zum Ruhen und zur Aufzucht, markiert sein Revier — was seine Anhänglichkeit an den Ort erklärt — und kann Dämmung wie Kabel beschädigen, auch jene von Fahrzeugen im Motorraum. Der Weg führt über Vergrämung, das Verschliessen der Zugänge und das Reinigen der Markierungen, im Rahmen des Gesetzes — nie über eine Beseitigung.
Die Risiken je nach Tier
- Nagetiere: Verunreinigung von Flächen und Lebensmitteln, Schäden an der Dämmung und vor allem an Stromkabeln (Risiko eines Vorfalls), Lärm.
- Steinmarder: Schäden an Dämmung und Kabeln (Gebäude und Fahrzeuge), Verschmutzung und Geruch durch die Markierungen, nächtlicher Lärm.
In beiden Fällen gehören angenagte Kabel rasch ernst genommen.
Warum die Bestimmung alles entscheidet
Einen Steinmarder wie eine Ratte zu behandeln wäre zugleich wirkungslos und rechtswidrig; umgekehrt lässt ein gesicherter Dachstock ohne bestimmte Zugänge die Tür für die Rückkehr offen. Die Bestimmung entscheidet also über Verfahren, Sicherheit und die Einhaltung der Vorschriften. Im Zweifel schildern Sie, was Sie hören und sehen: Unsere geführte Suche nennt eine Richtung, die wir mit Ihnen bestätigen.
Wie die Zugänge gesichert werden
Der Schlüssel zu einem dauerhaften Ergebnis ist, unabhängig von der Art, das Verschliessen der Zugänge: die Öffnungen ausmachen (Dach, Leitungsdurchführungen, Lüftungen, Risse), sicherstellen, dass kein Tier — und kein Jungtier — eingeschlossen wird, und danach mit passendem Material verschliessen. Beim Steinmarder kommt das Reinigen der Markierungen dazu, die sonst weiter anziehen. Dieser Schritt erfolgt zum richtigen Zeitpunkt — ausserhalb der Zeit, in der Junge anwesend sein könnten — und beim Marder im Rahmen des Gesetzes.
Was heute Abend sinnvoll ist
Suchen Sie die Spuren, ohne sich zu gefährden, notieren Sie die Uhrzeiten der Geräusche, fotografieren Sie den Kot und mögliche Zugänge. Verschliessen Sie keine Öffnung ins Blaue: Sie könnten ein Tier einschliessen. Danach eröffnen Sie ein Dossier: Wir bestimmen, sichern und rücken im Rahmen des Gesetzes aus, in der ganzen Schweiz, an sieben Tagen.
Häufige Fragen
Wie unterscheide ich am Geräusch eine Ratte von einer Maus?
Die Maus trippelt leicht; die Ratte läuft schwerer und nagt deutlich hörbar. Der Kot bestätigt es.
Ist der Steinmarder geschützt?
Ja, in der Schweiz: Er wird nicht beseitigt, sondern vergrämt, und die Zugänge werden im Rahmen des Gesetzes verschlossen.
Kann ich die Löcher gleich zumachen?
Nicht ins Blaue: Sie könnten ein Tier einschliessen. Zuerst bestimmen und sicherstellen, dass der Ort leer ist.
Sind angenagte Kabel gefährlich?
Ja: Nagetiere und Marder können Stromkabel beschädigen — ein Risiko, das man nicht übergehen sollte, und ein Grund für einen raschen Einsatz.
Warum kommt der Steinmarder immer wieder?
Er markiert sein Revier; ohne Reinigung der Markierungen und ohne verschlossene Zugänge bleibt der Ort anziehend.
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