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Gebäude

Dachstuhl: einen Befall durch holzzerstörende Insekten erkennen

Holzzerstörende Insekten arbeiten still, im Innern des Holzes, mitunter jahrelang, bevor die ersten Löcher auffallen. Ist ein Dachstuhl oder ein Boden betroffen, wird daraus eine Frage der Struktur. Die Zeichen zu erkennen und einen laufenden von einem alten Befall zu unterscheiden erlaubt, zum richtigen Zeitpunkt zu handeln. Hier die Anhaltspunkte.

Bild zum Umfeld — gepflegter Innenraum, ruhige Arbeit (kein Insektenfoto)

Die Zeichen eines Befalls

Einige Hinweise sollten aufhorchen lassen:

  • kleine Löcher im Holz (Ausfluglöcher der Käfer), je nach Art rund oder oval;
  • feines Bohrmehl, wie Mehl, am Fuss eines Balkens oder unter einem Möbel;
  • sichtbare Frassgänge, sobald das Holz aufbricht oder man die Oberfläche abkratzt;
  • Holz, das hohl klingt oder nachgibt;
  • mitunter ein leises Nagen in der Stille.

Frisches Bohrmehl ist ein besonders wichtiges Zeichen: Es deutet auf jüngste Aktivität hin.

Nagekäfer, Hausbock … wer ist wer

Die wichtigsten Holzschädlinge am Bau in der Schweiz:

  • die Nagekäfer — der Gemeine und der Grosse: Sie gehen an Möbel, Böden, Täfer und Dachstühle, oft an altem oder leicht feuchtem Holz; kleine runde Löcher.
  • der Hausbock: Er zielt vor allem auf Nadelholz im Dachstuhl; seine Larven fressen lange Gänge und können erhebliche Schäden an der Tragkonstruktion anrichten; ovale Ausfluglöcher.
  • die Termiten: in der Schweiz sehr selten, aber beobachtet; im Zweifel gehört das abgeklärt.

Welche Art vorliegt, bestimmt Verfahren und Dringlichkeit.

Feuchtes Holz, trockenes Holz

Die Feuchtigkeit spielt mit: Holz, das feucht ist, schlecht belüftet wird oder mit aufsteigender Nässe in Berührung kommt, ist anfälliger — namentlich für Nagekäfer. Der Hausbock dagegen kommt auch mit trockenerem Holz zurecht. Die Feuchtigkeit zu beheben gehört deshalb oft zur Vorbeugung — ein unmittelbarer Zusammenhang mit dem Unterhalt des Baus (siehe auch «Feuchtigkeit und Schädlinge»).

Laufender oder alter Befall?

Nicht jeder hat einen laufenden Befall: Viele alte Gebäude tragen die Spuren alter, erloschener Befälle. Wie unterscheidet man?

  • frisches Bohrmehl — hell, kehrt nach dem Wegwischen zurück — spricht für Aktivität;
  • «neue» Löcher mit scharfen, hellen Rändern deuten auf jüngste Ausflüge;
  • kein Bohrmehl und alte, gräuliche Löcher: der Befall ist möglicherweise erloschen.

Von blossem Auge ist diese Unterscheidung heikel — und doch entscheidet sie darüber, ob behandelt wird. Umso mehr lohnt eine fachliche Beurteilung.

Warum es um die Struktur geht

Anders als die meisten Schädlinge treffen holzzerstörende Insekten die Struktur des Gebäudes. Ein nach und nach ausgehöhlter Dachstuhl oder Boden verliert an Festigkeit — mit der Zeit eine Frage der Sicherheit. Es geht ebenso um den Wert der Liegenschaft: Ein unbehandelter Befall kann einen Verkauf oder Umbauten erschweren. Früh zu handeln begrenzt Ausmass und Kosten des Eingriffs.

Die Rolle der fachlichen Beurteilung

Weil sich der Befall im Innern des Holzes entwickelt, ist eine fachliche Beurteilung entscheidend: Sie bestimmt Art, Aktivität — laufend oder alt —, Ausdehnung und Schwere und weist den Weg zu einer bekämpfenden Behandlung der befallenen Teile und/oder einem vorbeugenden Schutz des gesunden, gefährdeten Holzes, mit allfälliger Korrektur der Feuchtigkeit. Der Umfang der Behandlung hängt unmittelbar von dieser Beurteilung ab.

Was Sie besser lassen

  • Ein Oberflächenmittel «sicherheitshalber» ohne Beurteilung auftragen: Der Befall sitzt im Innern, eine oberflächliche Behandlung genügt meist nicht.
  • Die Löcher vor der Kontrolle abkratzen oder zuspachteln: Damit löschen Sie nützliche Hinweise.
  • Einen alten, erloschenen Befall mit einem laufenden verwechseln — und zu Unrecht behandeln oder eben nicht behandeln.
  • Einen betroffenen Dachstuhl auf sich beruhen lassen: Die Zeit arbeitet gegen den Bau.

Vorbeugen

Feuchtigkeit und Lüftung im Griff behalten, Dachstühle, Böden und Täfer im Auge behalten — besonders in alten Gebäuden und Dachräumen —, neues oder gefährdetes Holz vorbeugend schützen und beim kleinsten Anzeichen reagieren. Im Zweifel schildern Sie die Lage: Wir beurteilen den Befall und schützen die Konstruktion, in der ganzen Schweiz, an sieben Tagen. Für Liegenschaften und Stockwerkeigentum siehe auch unseren Bereich für Betriebe.

Häufige Fragen

Woran erkenne ich, ob der Befall noch läuft?

Frisches Bohrmehl und neue Löcher mit scharfen Rändern sprechen für Aktivität; eine fachliche Beurteilung bestätigt es.

Genügt ein Mittel aus dem Detailhandel?

Nein: Der Befall sitzt im Innern des Holzes; eine Oberflächenbehandlung ohne Beurteilung reicht in der Regel nicht.

Gibt es Termiten in der Schweiz?

Das ist selten, doch es gilt Aufmerksamkeit; im Zweifel lassen Sie es abklären.

Ist das gefährlich für das Haus?

Ein befallener Dachstuhl kann an Festigkeit verlieren: eine Frage der Sicherheit und des Werts — deshalb lohnt frühes Handeln.

Was hat das mit Feuchtigkeit zu tun?

Feuchtigkeit begünstigt mehrere Holzschädlinge; sie zu beheben gehört zur Vorbeugung.

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